Technische Produkte lassen sich häufig aus vielen einzelnen Komponenten zusammenstellen. Ob diese in der gewünschten Konfiguration zusammenpassen, ist anhand von Eingabefeldern und Artikellisten jedoch schwer zu überblicken. Am Schachtkonfigurator der Röser-Firmengruppe zeigen wir, wie dynamische 2D-Ansichten Zusammenhänge sichtbar machen. Darüber hinaus betrachten wir, in welchen Anwendungsfällen solche Lösungen wirtschaftlichen Nutzen bieten können.
Einzelne Werte erklären noch kein vollständiges Produkt
Höhe, Durchmesser, Anschlusswinkel, Bauteiltyp: Jeder dieser Werte beschreibt eine Eigenschaft. Für die Konfiguration ist jedoch entscheidend, wie sie zusammenwirken.
Wie setzt sich die Gesamthöhe aus den ausgewählten Elementen zusammen? Wo liegen die Zu- und Abläufe? Wie wird eine Rohrverbindung zwischen zwei Schächten aufgebaut?
Wer diese Fragen ausschließlich anhand von Zahlen und Listen beantworten muss, braucht räumliches Vorstellungsvermögen und detailliertes Produktwissen. Bei Abstimmungen müssen Beteiligte zunächst sicherstellen, dass sie dieselbe Vorstellung vom Ergebnis haben. Missverständnisse können zusätzliche Rückfragen und Korrekturschleifen verursachen.
Eine produktbezogene 2D-Visualisierung schafft dafür eine gemeinsame Grundlage: Sie zeigt die ausgewählte Konfiguration mit ihren relevanten geometrischen Zusammenhängen.
Praxisbeispiel Röser: Den Schachtaufbau auf einen Blick verstehen
Für die Röser-Firmengruppe haben wir einen bestehenden Schachtkonfigurator durch eine individuelle Neuentwicklung ersetzt. Die Anwendung unterstützt die Zusammenstellung von Betonschächten und die Planung zugehöriger Rohrverbindungen. Im Mittelpunkt dieses Beitrags stehen die dynamischen 2D-Ansichten der neuen Lösung.
Ein Schacht besteht aus mehreren aufeinander abgestimmten Fertigteilen. Die Seitenansicht stellt deren Reihenfolge und Größenverhältnisse dar. Höhenmaße und Bauteilbezeichnungen ergänzen die Grafik.
Damit wird aus einer Auswahl einzelner Artikel ein nachvollziehbarer Gesamtaufbau. Anwender können erkennen, welches Element an welcher Stelle sitzt und wie sich die ausgewählten Bauteile zur Gesamthöhe zusammensetzen.
Wird ein weiterer Ring eingefügt, aktualisiert sich die Darstellung anhand der geänderten Konfiguration. Die Auswirkung der Auswahl wird direkt sichtbar.
Anschlusspositionen werden anschaulich
Neben dem vertikalen Aufbau ist die Lage der Anschlüsse entscheidend. Durchmesser, Winkel und mögliche Versätze bestimmen, wo Rohre an den Schacht angeschlossen werden.
Eine Draufsicht macht diese Anordnung verständlich. Sie zeigt die Positionen von Zu- und Abläufen sowie den Gerinneverlauf, also den Verlauf der Abwasserrinne im Schacht.
Die Eingabewerte erhalten dadurch einen sichtbaren Bezug zum Produkt. Wird ein Anschlusswinkel geändert, passt sich die Darstellung entsprechend an. Anwender können die neue Anordnung beurteilen, ohne den Winkel gedanklich auf den Schacht übertragen zu müssen.
Für die fachliche Abstimmung steht damit eine konkrete Ansicht zur Verfügung, auf die sich Beteiligte beziehen können. Die Grafik ergänzt die Fachprüfung; sie ersetzt nicht die hinterlegten Regeln zur Zulässigkeit einer Konfiguration.
Von der Produktliste zur nachvollziehbaren Rohrverbindung
Im Verlegeplan reicht der Blick über den einzelnen Schacht hinaus. Hier wird die Rohrverbindung zwischen zwei Schächten dargestellt – im Kanalbau als Haltung bezeichnet.
Die zugehörige Produktliste führt die verwendeten Komponenten auf. Die ergänzende 2D-Ansicht zeigt ihre Anordnung entlang der Verbindung, einschließlich Rohrabschnitten, Verbindungselementen und Längenangaben.
Beide Darstellungen beantworten unterschiedliche Fragen: Die Liste zeigt, welche Produkte enthalten sind. Die Grafik macht nachvollziehbar, wie daraus die Rohrverbindung entsteht. Einzelne Positionen lassen sich dadurch im Gesamtzusammenhang betrachten.
Produktliste und 2D-Ansicht verbinden die ausgewählten Komponenten mit dem Aufbau der Rohrverbindung.
Wo 2D-Konfiguratoren Unternehmen unterstützen können
Der Einsatz von 2D-Konfiguratoren bietet sich überall dort an, wo Maße, Positionen und die Kombination einzelner Komponenten entscheidend sind. Eine reduzierte Darstellung kann genau die Informationen hervorheben, die für Auswahl, Prüfung und Abstimmung benötigt werden.
Fenster, Türen und Fassadenelemente: Eine Ansicht zeigt Abmessungen, Aufteilungen und Öffnungsrichtungen. Kunden und Vertrieb können die gewünschte Ausführung anhand derselben Darstellung besprechen. Das erleichtert die Klärung von Anforderungen vor der Angebotserstellung.
Schaltschränke und technische Baugruppen: Die Positionierung von Komponenten auf einer Montagefläche macht Platzbedarf und Anordnung nachvollziehbar. Hinterlegte Regeln können zusätzlich Abstände und zulässige Kombinationen prüfen. So lassen sich mögliche Konflikte bereits während der Konfiguration erkennen.
Regale und modulare Einrichtungssysteme: Breiten, Höhen, Fachaufteilungen und Zubehör lassen sich zu einer Gesamtansicht zusammenführen. Varianten können direkt verglichen werden, ohne für jede Zusammenstellung eine separate Skizze anzufertigen.
Rohrleitungen und Verbindungssysteme: Schematische Ansichten unterstützen die Auswahl und Anordnung von Rohrabschnitten, Abzweigungen und Verbindungselementen. Sie helfen, den Verlauf zu besprechen und die zugehörige Komponentenliste nachzuvollziehen.
Zuschnitte und flächige Bauteile: Bei Blechen, Platten oder Paneelen kann eine 2D-Darstellung Außenmaße, Ausschnitte und Bohrpositionen zeigen. Damit entsteht eine verständliche Grundlage für die Abstimmung individueller Ausführungen.
Diese Beispiele zeigen mögliche Einsatzfelder. Welche Funktionen sinnvoll sind, hängt vom Produkt und vom jeweiligen Arbeitsablauf ab.
Wie daraus wirtschaftlicher Nutzen entstehen kann
Wirtschaftlich interessant wird ein 2D-Konfigurator, wenn er wiederkehrende Arbeit vereinfacht. Das betrifft häufig mehrere Schritte zwischen Kundenanfrage, Angebot und Fertigung.
Weniger Aufwand für Varianten und Zeichnungen: Werden Ansichten aus den eingegebenen Produktdaten erzeugt, muss nicht jede Variante einzeln gezeichnet werden. Bei häufig wechselnden Abmessungen oder vielen Kombinationsmöglichkeiten kann das den manuellen Bearbeitungsaufwand reduzieren.
Klarere Anforderungen und weniger Rückfragen: Eine gemeinsame Darstellung hilft, Ausführungen eindeutig zu besprechen. Vertrieb, Kunden und technische Fachbereiche können sich auf dieselben Maße und Positionen beziehen. Das kann Missverständnisse und zusätzliche Abstimmungsschleifen verringern.
Frühere Korrekturen: Wenn geometrische Zusammenhänge sichtbar sind und passende Prüfregeln hinterlegt wurden, können Unstimmigkeiten bereits bei der Eingabe auffallen. Dadurch lassen sich Änderungen möglicherweise vor der Übergabe an nachfolgende Prozesse erledigen, bevor dort zusätzlicher Aufwand entsteht.
Weniger mehrfache Datenerfassung: Wird der Konfigurator mit Angebots-, Stücklisten- oder Produktionsprozessen verbunden, können erfasste Werte weiterverwendet werden. Der Nutzen entsteht dann auch durch entfallende Übertragungen und einen geringeren Aufwand für den Abgleich zwischen Dokumenten.
Entlastung von Fachkräften: Wiederkehrende Standardfälle können durch verständliche Ansichten und geführte Eingaben leichter bearbeitet werden. Spezialisten erhalten dadurch mehr Raum für Sonderfälle, die tatsächlich ihre Erfahrung benötigen.
Diesen Potenzialen stehen Entwicklung, Pflege der Produktdaten und Regeln sowie die Anbindung an bestehende Systeme gegenüber. Ob sich die Investition lohnt, hängt vor allem davon ab, wie häufig konfiguriert wird und wie viel manueller Aufwand dabei heute entsteht.
Die technische Grundlage: Grafik aus Konfigurationsdaten
Die Ansichten im Röser-Schachtkonfigurator entstehen aus den aktuellen Produktdaten. Maße, Winkel und ausgewählte Bauteile bestimmen den Aufbau der Grafik. Bei Änderungen werden die betroffenen Darstellungswerte neu berechnet.
Für die interaktiven Ansichten kombiniert die Anwendung skalierbare Vektorgrafiken mit berechneten Positionen und Formen. So muss nicht für jede mögliche Produktvariante ein eigenes Bild vorbereitet werden.
Dieses Prinzip lässt sich auch für andere Produkte nutzen. Die konkrete Umsetzung muss jedoch deren Geometrie, Fachregeln und Arbeitsabläufe berücksichtigen. Entscheidend ist, welche Informationen Anwender für eine sichere Auswahl und Prüfung benötigen.
Wann eine 2D-Lösung sinnvoll ist
Wenn sich die entscheidenden Produkteigenschaften in einer Draufsicht, Seitenansicht oder einem Schnitt verständlich darstellen lassen, kann ein 2D-Konfigurator eine passende Lösung sein. Das gilt besonders bei vielen Varianten, wiederkehrenden Anfragen und einem hohen Aufwand für manuelle Zeichnungen oder Abstimmungen.
Der wirtschaftliche Ansatzpunkt ist konkret: Welche Arbeitsschritte lassen sich vereinfachen? Welche Daten werden heute mehrfach erfasst? Und welche Rückfragen entstehen, weil eine Ausführung nicht eindeutig beschrieben ist?
Wer diese Fragen vor der Entwicklung beantwortet, kann die Visualisierung gezielt auf den tatsächlichen Bedarf ausrichten. So wird aus einer verständlichen Produktansicht ein Werkzeug, das den gesamten Konfigurationsprozess unterstützen kann.
Sie möchten Varianten schneller bearbeiten oder die Abstimmung komplexer Produkte vereinfachen? Wir besprechen mit Ihnen, wie ein individueller 2D-Konfigurator Ihre Abläufe unterstützen kann.
Nehmen Sie einfach Kontakt zu uns auf.
Hier finden Sie die Projektbeschreibung zum Schachtkonfigurator der Röser Firmengruppe.